Regenzeit

[Cordula] Nachdem der Juni uns mit schönstem Sommerwetter beglückt hat, regnet es jetzt seit drei Tagen. Die Pflanzen benötigen es, warm ist es auch noch (könnte mir vorstellen, daß es schön wäre, auch im Winter nur mit T- Shirt bekleidet morgens die Hühner zu versorgen, aber dafür ist Schweden eindeutig nicht geeignet), und ich kann endlich mal an der Buchführung sitzen, ohne ständig nach draußen zu schielen. Trotzdem: Der letzte kalte und nasse Sommer sitzt mir noch im Nacken, und ich hoffe inständig, daß die Regenzeit bald ein Ende findet- auf den Wetterseiten allerdings sagen sie nichts dergleichen voraus...

Wenn es warm ist, ziehe ich mit Rechner und Papierkram gern in den Wintergarten und genieße den Ausblick. Wer verfügt schon über ein Büro mit Blick über einen Teich, auf dem sich gern die Wildenten tummeln? Hier läßt es sich gut tippen, rechnen und auch schreiben. Wo wir beim Thema wären: Schreiben. Mein Buch. Es ist ein wenig frustrierend, daß die Verfügbarkeit bei Amazon.de nach drei Tagen auf einmal verschwand. Ich weiß nicht, was die da so treiben, aber eindeutig bevorzugen sie es, wenn der Selfpublisher über ihren CreateSpace das Buch verlegt und nicht über BoD, so wie ich. An alle, die gern bestellen möchten und sich verunsichert fühlen: Das Buch ist lieferbar! Und falls es Amazon nicht hinbekommt, könnte Ihr direkt bei bod.de bestellen. Oder bei Eurem Buchhändler. 

Natürlich kann ich es nicht sein lassen und blättere mein Werk selbst immer mal wieder durch und lese einzelne Abschnitte. Denn ich bin wirklich stolz darauf! Und so habe ich zwangsläufig den einen oder anderen Schreib- und Kommafehler entdeckt, obwohl ich den Text mehrfach korrekturgelesen habe. Aber vermutlich ist das einfach so: Man liest und liest und sieht schließlich nur noch Buchstabensalat. Irgendwann entschied ich mich dafür, daß es jetzt gut ist mit Korrekturen, und daß ich das Manuskript hochlade. Vor der Freigabe ein letzter Blick auf die Druckvorschau- Mist, ein Fehler. Also Fehler korrigiert, neu hochgeladen. Kurzer Blick auf die Druckvorschau- wieder ein Fehler, der ins Auge springt. Ich scanne den Text irgendwie auch immer, wenn ich einen letzten Blick draufwerfen will. Ich weiß nicht, wie oft ich einen Fehler entdeckt habe, mir vornahm, daß es die letzte Korrektur ist, die ich hochlade- und dann doch noch etwas entdeckte, was ich so auf gar keinen Fall freigeben wollte.

Und dann das Problem mit der Bildqualität. Bei vielen Fotos hatte das Umwandeln der jpg- Dateien in ein pdf einen katastrophalen Qualitätsverlust zur Folge. Nachdem mir niemand helfen konnte, kam ich drauf, die jpgs gegen pngs auszutauschen- und damit verrutschte der gesamte Text, ich kämpfte wieder mit der Formatiereung und dachte schon, daß das nie was wird mit meinem Buch.

Nun habe ich die Angewohntheit, mit mir selbst und dem Rechner zu sprechen. Auch mal zu schimpfen oder einen Brüller loszulassen. Oder einen erleichterten Schrei, wenn etwas endlich geklappt hat. Armer Peter, er hat mich eine Woche lang in Hochform erleben müssen. Ich war für nichts zu gebrauchen, saß nur noch vor dem Rechner und informierte ihn über alle Probleme und Schwierigkeiten, mit denen ich zu kämpfen hatte. Ich glaube, irgendwann hat er auf Durchzug geschaltet. Und dann sein Glück nicht fassen können, als die befreiende Sms kam: "Buch endlich zur Veröffentlichung freigegeben!"

Und nachdem ich drei Wochen lang auf mein Korrekturexemplar gewartet habe (eine Büchersendung nach Schweden dauert tatsächlich zwei Wochen!) und mich eine Woche lang im Überarbeitungsrausch befunden hatte, ging das Warten weiter: Drei Tage, nachdem das Buch hochgeladen war, war der Titel bei Amazon gelistet. Vier Tage später das Cover. Die Verfügbarkeit ließ noch eine weitere Woche auf sich warten. Das sind Tage, an denen man als Autor täglich mindestens zehn Mal nachschaut, ob das Buch endlich verfügbar ist, damit man es bekannt machen kann. Dann endlich kam die Verfügbarkeit: Buch lieferbar. Und verschwand wieder aus unerfindlichen Gründen...

Momentan habe ich so viele Ideen im Kopf, daß ich noch gar nicht weiß, welches Buchprojekt ich im Winter umsetzen werde. Den Sommer nutze ich für das Ausarbeiten meiner Ideen, Recherche und Vorbereitungen, so daß ich mich später hoffentlich vollständig auf das Schreiben konzentrieren kann. Ich bin selbst gespannt, welches mein nächstes Buch werden wird. 

Und jetzt werde ich noch einmal Eier von unseren fleißigen Hühnchen einsammeln gehen, Küken auf Vollständigkeit durchzählen (unsere schwarze Panikhenne, die um nichts auf der Welt im Stall schlafen möchte und sich versteckt, so daß man gar nicht weiß, wo man nach ihr suchen soll, hat in der Nacht auf vorgestern fünf Küken verloren und saß laut gackernd und aufgeregt morgens um fünf Uhr auf dem Stalldach), den jungen Puten ihren Brunch vorbei bringen und einen Kontrollgang durch den Küchengarten tätigen. Und natürlich immer wieder den Blick auf den grauen Himmel richten und hoffen, daß der Regen bis heute Abend aufhört. Denn heute ist Sommerfest bei unserer Nachbarin, und eigentlich wollten wir draußen sitzen und einen trockenen und warmen Sommerabend genießen...

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